Sergej Lukianenko
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (2. April 2007)
ISBN-13: 978-3453522558
Klappentext
Nach
den Bestsellern "Wächter der Nacht", "Wächter des Tages" und "Wächter
des Zwielichts" nun der Höhepunkt in Sergej Lukianenkos einzigartiger
Mystery-Saga um die sogenannten "Anderen" - Vampire, Hexen, Magier,
Gestaltwandler -, die seit ewigen Zeiten unerkannt in unserer Mitte
leben.
Längst ist der Friede zwischen den Mächten des Lichts und
den Mächten der Dunkelheit zusammengebrochen, und auf Moskaus Straßen
tobt eine unerbittliche Schlacht. Da taucht eine rätselhafte Kraft auf,
die das Schicksal der Welt für immer entscheiden wird ...
Sergej
Lukianenkos Wächter-Romane: eine einzigartige Mischung aus Horror und
Fantasy, die als Vorlage für die erfolgreichsten russischen Filme aller
Zeiten diente und auch in Deutschland längst Kultstatus erreicht hat.
Frankys Kritik
Es
ist wohl keine Überraschung, wenn ich bemerke, dass sich auch Band 4 in
drei Geschichten aufteilt. Thematisch befassen sich die Teile diesmal
mit der Beschaffenheit des Zwielichts, und um hinter die Geheimnisse zu
gelangen, darf Anton sich auf Reisen begeben.
Erste Episode (Die gemeinsame Sache)
Anton
soll einen Mord in Edinburgh an einen jungen Russen aufklären, dessen
Vater ein Bekannter Gesers, Antons Vorgesetzter aus der Nachtwache, ist.
Als sich überraschenderweise auch Sebulon, Leiter der Tagwache, für den
Fall interessiert und sogar die Inquisition nicht unbeteiligt zu sein
scheint, wird Anton hellhörig und hört bei den Ermittlungen in England
vom Kranz der Schöpfung, einem uralten Relikt des Magiers Merlin.
Zweite Episode (Der gemeinsame Feind)
Anton
reist nach Usbekistan, wo sich ein alter Anderer aufhalten soll, der
Merlin noch persönlich kannte und Informationen über den Kranz der
Schöpfung liefern könnte. Unterdessen versuchen drei Abtrünnige, ein
Dunkler Vampir, ein Lichter Heiler und ein Kampfmagier der Inquisition,
deren Identitäten noch unbekannt sind, das Artefakt an sich zu bringen,
weil es angeblich die Macht besitzt, die Barriere zwischen dem Zwielicht
und der realen Welt einzureißen.
Dritte Episode (Das gemeinsame Schicksal)
Die
Abtrünnigen haben sich zur Ewigen Wache zusammengeschlossen und
beabsichtigen Anton zu zwingen, für sie das Rätsel Merlins zu lösen, das
den Kranz der Schöpfung verbirgt. Sie vermuten, dass alle gestorbenen
Anderen in der sechsten Schicht des Zwielichts verweilen und durch die
Zerstörung des Zwielichts mithilfe des Kranzes befreit und ins Leben
zurückgeholt werden können.
Bei diesem Band scheiden sich die
Geister. Während nicht wenige Leser die Verlagerung der Handlung nach
England und Sarmakant als Verlust des russischen Geistes ansehen,
vermögen die Ortswechsel in meinen Augen der Geschichte neue Impulse zu
verleihen. Die Einblicke in die Wachen anderer Länder und in das Wesen
des Zwielichts selbst gestalten diesen vierten Teil abwechslungsreich
und bewahren Lukianenko davor, sich womöglich zu wiederholen. Die
Handlung um Merlins Kranz der Schöpfung hält die drei Episoden weitaus
stärker zusammen, als es die beiden ersten Bände getan haben. Damit
gelingt es dem Autor sogar noch stärkere Spannung aufkommen zu lassen,
als es im dritten Buch möglich gewesen ist. Die Auflösung mündet in eine
Überraschung, kumuliert aber nicht in ein aufwendiges Finale, das das
Ende der Wächterreihe kennzeichnen würde. Somit vermutet der Leser einen
fünften Teil, den Lukianenko dann auch umgesetzt hat. Freuen wir uns
also auf den nächsten Wächterroman. Die Wächter der Ewigkeit haben mir
persönlich beim Lesen viel Freude bereitet und die Serien auf hohem
Niveau gehalten.