Dienstag, 11. Juni 2013

Doris Lessing: Das fünfte Kind



Das fünfte Kind
Doris Lessing

Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (März 2008)
ISBN-13: 978-3455401158


Klappentext

England in den sechziger Jahren. Harriet und David Lovatt wünschen sich nichts mehr als ein glückliches Familienleben. Als sie geheiratet und ein geräumiges Haus bezogen haben, stellen sich in rascher Folge vier Kinder ein - das Idyll ist perfekt. Doch als Harriet ein fünftes Kind auf die Welt bringt, ziehen dunkle Wolken auf: Der kleine Ben scheint alle Zuwendung abzulehnen und wird seinerseits von den meisten Menschen abgelehnt: Er wirkt wie ein bösartiger Troll und droht den Zusammenhalt in der Familie ernsthaft zu gefährden. Als die Gäste ausbleiben und auch die Geschwister beginnen, Ben ängstlich aus dem Weg zu gehen, wird der Junge in ein Heim abgeschoben. Doch Harriet holt ihren Sohn nach Hause zurück und riskiert, dass er durch seine Anwesenheit endgültig zerstört, was vom Familienidyll noch übrig ist.


Frankys Kritik

Gänzlich unvorbelastet und nur um den Klappentext wissend, machte ich mich an den Roman der Literatur-Nobelpreisträgerin 2007, Doris Lessing, der im Jahre 1988 herausgebracht wurde, und er ließ mich, zugegebenerweise, relativ ratlos zurück. Konnte ich den Klappentext mit dem Gelesenen doch so gar nicht zur Deckung bringen. Die Sprache gab sich irgendwie seltsam antiquiert und die Geschichte selbst ähnelte eher einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung. Gespräche in Form von wörtlicher Rede sind eine Seltenheit. Zudem ist der Text praktisch ungegliedert. Es existieren keine Kapitel sondern nur ein fortlaufender Text. Selbst Absätze bilden eine Ausnahme.

Trotzdem – oder gerade deshalb (?) – übt die Geschichte einen merkwürdigen Reiz aus, und schlägt schnell eine nicht vorhergesehene Richtung ein. Denn nicht die Geschehnisse um Ben, das fünfte Kind, stehen im Vordergrund, sondern seine Auswirkung auf Eltern, Geschwister und Außenstehende. Es ist eine Parabel über die Erwartungen an das Leben und das Zerbrechen des Idylles der bürgerlichen Familie, mitsamt ihrer historischen Strukturen.

Ein irritierendes Buch, eine Geschichte, die noch länger nachwirkt.



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