Samstag, 22. Juni 2013

Oliver Fehn: Verfluchter Sommer

Verfluchter Sommer
Oliver Fehn

Broschiert: 254 Seiten
Verlag: Dead Soft Verlag; 
Auflage: 1., Aufl. (15. Oktober 2007)
ISBN-13: 978-3934442382


Klappentext

„Wo steckt mein Bruder Bryan? Warum ist er vor Jahren als Jugendlicher von zu Hause abgehauen? Ist er noch immer der große Mädchenschwarm?“ – Diese Fragen beschäftigen den 15jährigen Bennie fortwährend, doch seine Eltern geben nur vage Auskünfte. Als sie in jenem Sommer zur Kur fahren, steigt Bennie in den nächsten Zug, um das Geheimnis um Bryan auf eigene Faust zu lösen. Doch in dem düsteren Bruderstadt, das wie ein Ghetto für Gestrandete und Kriminelle anmutet, gerät Bennie schon bald in einen Sog aus Schrecken und Gewalt. Die Suche nach Bryan führt ihn durch tausend Abenteuer, bei denen er Freundschaften knüpft, sich erbitterte Feinde macht und natürlich auch verliebt. Über Bahnhöfe, Rummelplätze und bis tief in die Abgründe führt sein Weg. Am Ende bleiben eine schmerzliche Erkenntnis, aber auch das Gefühl, zu sich selbst gefunden zu haben.


Frankys Kritik

Mehr Krimi als als Coming Out Roman, mehr Abenteuer- als Liebesgeschichte, fesselt das Buch von den ersten Seiten an. Und der Spannungsbogen hält bis in das letzte Kapitel hinein, das die Geschichte vielleicht etwas abrupt beendet. So bleiben noch einige Fragen offen, die einer Klärung bedurft hätten, was der Geschichte als Ganzes allerdings keinen Abbruch tut. Dafür sorgt vielmehr die Wankelmütigkeit des Protagonisten Bennie, der sich im Zuge seines durchbrechenden Coming Outs und nach dem plötzlichen Erkennen seiner Liebe und deren Verlust recht schnell mit anderen Liebschaften zu trösten weiß, die sich der Reihe nach die Hand zu reichen scheinen. Das nimmt der Geschichte stellenweise ein wenig die Tiefe. Zudem wirken einige der zahlreichen Wendungen der Handlung etwas konstruiert. Es sind die Zufälle hin und wieder augenscheinlich groß.

Trotz dieser kleinen Handlungsschwächen bietet „Verfluchter Sommer“ viel spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen und zudem ein wenig fürs Herz.



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