Samstag, 27. April 2013

Chris Parker: Die Erlösung

Die Erlösung

Chris Parker 


Broschiert: 237 Seiten
Verlag: Gmünder (1. Mai 2011)
ISBN-13: 978-3867870825


Klappentext


Jeremiah hat nur einen einzigen Wunsch: Nicht mehr anders sein als alle anderen, endlich respektiert und geschätzt werden. Deswegen unterzieht er sich in einem von extreme Evangelikalisten geleiteten Sommercamp der dort gepriesenen Wandlung. Vom Homo zum Hetero im Handumdrehen, dafür würde Jeremiah alles tun! Dass die versprochene Erlösung von seinem Leid einen ganz anderen Weg nehmen kann, erfährt er, als er sich im Camp in einen anderen Mann verliebt. Aber kann Jeremiah diese Liebe wirklich retten?

Der packende Roman beruht auf einer wahren Geschichte. Vor dem Hintergrund religiöser Debatten und wissenschaftlicher Studien über die Beeinflussung der sexuellen Orientierung, beschäftigt sich dieses Buch nicht nur mit dem Phänomen der sexuellen »Umpolung«, sondern behandelt auch die Gefühle eines jungen Mannes, der mitten in seinem Coming-out festsitzt: Sex mit Männern, Scham gegenüber den Eltern und der Umwelt, Unsicherheit bezüglich der Zukunft und seine übergroße Liebe zu einem anderen Mann.
  

Frankys Kritik

Sprachlich nicht schwer zu lesen, nimmt der Roman nach einem etwas holprigen Anfang den Leser bereits nach wenigen Seiten gefangen. Gespannt verfolgt man Jeremiahs jugendlich naive Bemühungen, sich freiwillig zu einem "normalen" Jungen umerziehen zu lassen. Man ahnt bereits zu Beginn, dass dieser Plan nicht nur zum Scheitern verurteilt ist, sondern Jeremiah schnell und unbarmherzig in einen Strudel aus rückschrittlicher Psychologie, religiösem Fanatismus und menschlicher Verachtung zieht. Obwohl die Geschichte wenn nicht immer vorhersehbar ist, dann aber ohne überraschende Wendungen daherkommt, weiß der Autor seinen Leser zu fesseln. Vielleicht auch gerade weil sich die Dinge so wie vermutet - und gefürchtet - ereignen und scheinbar unabwendbar sind. Des öfteren sieht sich der Leser genötigt, tief durchzuatmen. Der fundamentalistische christliche Glaube, wie ihn diverse kirchliche Institutionen vertreten und propagieren, wird mehr als nur in Frage gestellt. Dass der Roman auf einer wahren Begebenheit beruht, macht ihn um so verstörender. Und dass sich eine solche Geschichte in unser "aufgeklärten" Zeit womöglich mmer wieder ereignet, macht es geradezu unerträglich.

Kein Buch zum nebenbei lesen, keine erbauliche Lektüre. Ich habe meine Probleme mir vorzustellen, wie ein gläubiger Christ den Roman aufnehmen kann. Da habe ich es als Atheist einfacher. Ich darf solche Ereignisse und Menschen rückhaltlos verdammen. Ein Buch zum Mitleiden, Begreifen, Verstehen und zum Hoffen.












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