Dienstag, 16. Juli 2013

Christian Kleinau: Eine Woche MafiaN@t



Eine Woche MafiaN@t
Christian Kleinau

Broschiert: 277 Seiten
Verlag: Fischer Rita G.; Auflage: 1., Aufl. (25. Januar 2008)
ISBN-13: 978-3830111245


Klappentext

Michel, ein elfjähriger Junge der in einer Kleinstadt im Ruhrgebiet lebt, hat sich im IRC-Chat zu einem Treffen verabredet. Obwohl er Mike nur aus dem anonymen Chat kennt, entschließt er sich dennoch ihn zu treffen. Hat sein Tag ganz normal begonnen, so endet der Tag gänzlich anders, als er es vorhergesehen hat. Zuerst scheint seine Verabredung mit Mike ganz normal zu verlaufen, bis zu dem Moment wo Michel sich entschließt, ihn in seine Wohnung zu begleiten. Von dort wird er nach Belgien entführt und muss erkennen, dass er sich in den Fängen einer internationalen Organisation befindet, die professionell mit Kindern, Waffen und Drogen handelt. Nachdem er sich fast aufgegeben hat, wird ein weiterer Junge entführt und zu ihm in das Verlies gebracht.....


Frankys Kritik

Das Positive zuerst: Spannend ist der im Selbstverlag (Rita G. Fischer ist ein Druckkostenzuschussverlag, bei dem der Autor die Veröffentlichung und den Druck seiner Bücher aus eigener Tasche bezahlt) herausgebrachte Roman durchaus. Auch die Geschichte und das Setting geben sich interessant und können fesseln.

Dass die Geschichte eher für jugendliche Leser gedacht ist, erfährt man allerdings nur auf der Homepage des Autors. Das erklärt zumindest die sehr einfach gehaltene Sprache, entschuldigt aber nicht die Defizite des textlichen Aufbaus. Sehr häufig verzichtet der Autor auf Beschreibungen und beschränkt sich auf die Nennung von Markennamen von Kleidung und Autos, oder belässt es bei einfachen Vergleichen: „sieht aus wie Jake Lloyd in Star Wars“. Auch der Versuch, in Wörtlicher Rede die Sprache eines Elfjährigen darzustellen, wirkt stellenweise ebenso bemüht, wie die dargebotene Gedankenwelt des Jungen. Einerseits als hochintelligent beschrieben vermisst der Leser diese Eigenschaften doch öfters in Worten und Taten des Jungen. So manche Entscheidung und Handlung des entführten Jungen erübrigen sich in seiner gebetsmühlenartig wiederholten Erklärung, er hätte es ja versprochen.

Es gelingt dem Autor auch leider nicht, die handelnden Personen zu jeweils eigenständigen Figuren wachsen zu lassen. Zu häufig ähneln sich die Individuen innerhalb der Gruppen, sind untereinander austauschbar. Das nimmt der Geschichte und den Protagonisten damit auch die Möglichkeit, sich zu entwickeln und innere Konflikte zu erkennen und zu lösen. Deshalb bleibt der Roman weit mehr an der Oberfläche eines – zugegeben – spannenden Abenteuers, als es das Thema zugelassen hätte. Das ist schade, denn die Geschichte hätte größeres Potential.











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