Samstag, 4. Mai 2013

Bernard Beckett: Das neue Buch Genesis

Das neue Buch Genesis
Bernard Beckett

Gebundene Ausgabe: 171 Seiten
Verlag: Script5 (15. September 2009)
ISBN-13: 978-3839001035


Klappentext

 Dies ist unsere Geschichte, wie man sie uns gelehrt hat. Das ist unsere Genesis. Ein Land, abgeschottet vom Rest der Welt, am Ende des 21. Jahrhunderts: Anax steht vor der Prüfungskommission der Akademie. Fünf Stunden hat sie Zeit, um zu beweisen, dass sie würdig ist, in diese mächtige Institution aufgenommen zu werden. Ihr Prüfungsthema kennt sie so gut wie ihre eigene Geschichte: Adam Forde ist der Held ihrer Kindheit, der Mann, dessen Rebellion die Geschichte ihres Landes für immer prägte. Doch Anax weiß längst nicht alles über die Rolle, die Adam gespielt hat. Sie muss einsehen, dass die Geschichte, wie sie sie kennt, eine Lüge ist. Und dass die Akademie nicht ist, was sie scheint. Ein meisterhaft gestrickter Roman über das Wesen des Menschseins mit einer verstörenden Auflösung.


Frankys Kritik

 Schon wieder ein kurzes Buch, mit denen ich mich bekanntlich schwer tue. Doch die Geschichte besticht durch einen interessanten Ansatz und mit einer ungewöhnlichen Form. In fünf Stunden mündlicher Prüfungszeit erfahren wir rückblickend alles über einen Volkshelden, sein Leben und sein Wirken in einer Art Zwiegespräch zwischen Prüfling und Prüfer. Dabei breitet sich das Panoptikum einer Dystopie vor uns aus, eine postapokalyptische, isolierte Gesellschaft wird beschrieben. Dabei wandelt sich das Thema von Buch und Prüfung langsam von der (fiktiven) Geschichtsschreibung über die Heldenbiografie hin zu einem Diskurs über Ethik und künstliche Intelligenz.

Der doppelte Twist am Ende des Buches wirkt so überraschend nicht, da man bereits im Klappentext auf eine ungewöhnliche Auflösung hingewiesen wird. So empfand ich das Finale eine wenig knapp geraten. Der Autor wollte sich vermutlich nicht mit langwierigen Erklärungen die Wucht der Überraschung nehmen lassen. Deshalb bleibt einiges ein wenig in der Luft hängen und muss vom Leser selbst zusammengereimt werden.

Als Kritikpunkt sehe ich, dass die Figur der Hauptprotagonistin ein wenig farblos bleibt. Man erfährt recht wenig über ihr Vorleben und ihre Meinung, da letztere innerhalb der Prüfung außen vor zu bleiben hat. Diese Unterlassung ist angesichts des Finales durchaus verständlich, wäre erzähltechnisch aber durchaus lösbar gewesen.

So bleibt ein interessantes Buch mit einem interessanten Thema, das eigentlich nach etwas mehr verlangt. 


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