Samstag, 18. Mai 2013

Sergej Lukianenko: Der Herr der Finsternis

Der Herr der Finsternis

Sergej Lukianenko
 
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (8. Juni 2010)
ISBN-13: 978-3453527119




Klappentext
 

Finsternis liegt über der Welt, seitdem die Diener der Dunkelheit der Menschheit das Sonnenlicht genommen haben. Doch als der junge Danka eines Tages einen Lichtstrahl beobachtet, der sich vor seinen Augen in eine geheimnisvolle Katze verwandelt, beginnt für ihn das Abenteuer seines Lebens. Denn die Katze entführt ihn in ein fantastisches Reich, wo Danka dazu ausersehen ist, den mächtigen Herrn der Finsternis zu besiegen – oder für immer in der Dunkelheit zu bleiben ...


Frankys Kritik

Ein Märchen, das auch von Erwachsenen mit Spannung gelesen werden kann. Die Grundidee – Junge gelangt in eine Parallelwelt, die es zu entdecken und zu retten gilt – ist nicht unbedingt neu. Lukianenko gelingt es aber, diese andere Welt nicht nur phantasievoll und dicht zu beschreiben, er trägt auch einige interessante Aspekte und Details zusammen. So fasziniert die Beschreibung, dass heranwachsende Jungs zu „Flügelträger“ werden, und bei ihren Abenteuern durch die Lüfte fliegen. Der Autor nimmt sich augenzwinkernd Anleihen bei diversen Jugendklassikern, sei es Peter Pan oder die unendliche Geschichte, ohne diese aber zu kopieren. Schnell wird der Leser in die Geschichte hineingezogen und er mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Ein wenig Kritisches darf trotzdem angemerkt werden. Zum einen erfahren wir sehr wenig über den Hauptprotagonisten. Danka betritt die Bühne der Geschichte als ein geradezu unbeschriebenes Blatt. Das behindert die im Buch angedeutete Entwicklung ein wenig und läßt so manche Entscheidung des Jungen unmotiviert erscheinen. Zum anderen hätte ich mich über eine, vom üblichen Schema des finalen, gewaltsamen Schlusskampfes zwischen Gut und Böse abweichende Lösung gefreut. Inhaltliche Möglichkeiten hätten sich durchaus angeboten. Vor allem, da Lukianenko die Grenzen von Gut und Böse im Verlauf der Geschichte zunehmend aufzuweichen vermag.

Interessant ist die mit der fortschreitenden Handlung immer stärkere Konzentration der Geschichte auf die Beziehung von Danka zu seinem neuen Partner in der anderen Welt, die deutlich über eine Jungenfreundschaft hinaus zu reichen scheint. Auch wenn sich der Autor in dieser Hinsicht jegliche direkte Andeutungen versagt. Aus diesem Grund ist meine Einordnung dieses Buches in die Kategorie "Schwule Bücher" auch mit einem halben Augenzwinkern zu betrachten.



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